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Riester
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Anmerkung zur Einbeziehung von Wohneigentum

Auszug aus dem Buch „Sozialrecht“, der die aktuelle Regelung des Wohn-Riester kurz zusammenfasst:


Eine besondere Form der Riester-Rente ist die sogenannte Eigenheimrente, besser als „Wohn-Riester“ bekannt.

Zur Förderung von Wohneigentum sah das Gesetz zunächst nur vor, dass zur Herstellung oder zum Erwerb von selbst genutztem inländischem Wohneigentum ein Betrag zwischen 10.000 und 50.000 Euro aus dem Altersvorsorgevertrag förderunschädlich entnommen werden kann. Der entnommene Betrag musste jedoch – wenn auch ohne Zinsen – in monatlichen, gleich bleibenden Raten bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres wieder in einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag zurückgezahlt werden.

Mit dem Eigenheimrentengesetz aus dem Jahr 2008 ist der Kreis der bislang staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte um Riester-Bausparverträge, Riester-Darlehensverträge für die Bildung selbstgenutzten Wohneigentums sowie um den Erwerb von weiteren Genossenschaftsanteilen für die Altersvorsorge erweitert worden. Das neue Eigenheimrentenmodell besteht aus mehreren Förderansätzen:

–    Zum einen werden zur Darlehenstilgung eingesetzte Mittel als Altersvorsorgebeiträge steuerlich gefördert. Die für die Tilgungsbeiträge gewährten Zulagen werden als eine Art Sondertilgung zu 100 Prozent für die Tilgung verwandt. Für selbst genutzte Objekte werden also Darlehenstilgungen wie die bisherigen Sparbeiträge steuerlich gefördert.

–    Zum anderen kann kumulativ zur Tilgungsförderung während der Ansparphase eine Kapitalentnahme des in einem Altersvorsorgevertrag angesparten steuerlich geförderten Altersvorsorgevermögens erfolgen. Die Entnahme kann unmittelbar für die Anschaffung oder Herstellung einer Wohnung oder zur Darlehenstilgung erfolgen. Die mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz in Kraft getretene Flexibilisierung führt seit 2014 dazu, dass die Entnahme zur Darlehenstilgung jederzeit und nicht wie bisher erst zu Beginn der Rentenphase möglich ist. Dies ist insbesondere für selbstgenutzte Objekte interessant, die vor 2008 angeschafft oder hergestellt worden sind.

War bisher ein Entnahmebetrag in Höhe von bis zu 75 Prozent oder 100 Prozent erforderlich, so wurden durch das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz neue Mindest- bzw. Restbeträge festgelegt. So müssen künftig bei einer Teilkapitalentnahme mindestens 3.000 Euro auf dem Riester-Vertrag verbleiben, es müssen aber auch mindestens 3.000 Euro entnommen werden, wobei der Mindestentnahmebetrag auch durch Entnahme aus mehreren Verträgen erreicht werden kann.

–    Außerdem kann der Wohn-Riester seit In-Kraft-treten des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes für den barrierefreien Umbau eines selbstgenutzten Wohneigentums genutzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Umbau innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung oder Herstellung in Höhe von mindestens 6.000 Euro erfolgt; danach in Höhe von mindestens 20.000 Euro. Mindestens die Hälfte des Entnahmebetrages muss für Umbauten eingesetzt werden, die der DIN-Norm für barrierefreies Bauen (DIN 18040 Teil 2) entsprechen. Der Restbetrag kann auch für nicht normgerechte Maßnahmen eingesetzt werden, sofern sie dem Abbau von Barrieren dienen. Ein Sachverständiger muss das bestätigen.

Die geförderten Altersvorsorgebeiträge und der entnommene Betrag (Altersvorsorge-Eigenheimbetrag) werden auf dem sogenannten Wohnförderkonto bei der ZfA erfasst und jährlich um einen fiktiven Betrag in Höhe von 2 Prozent erhöht. Ab Rentenbeginn muss das hier erfasste Kapital versteuert werden. Entweder –wie bisher – sofort, in Höhe von 70 Prozent des Wohnförderkontos oder in jährlichen Raten bis zum 85. Lebensjahr. Zukünftig kann die Einmalbesteuerung jederzeit gewählt werden. Das heißt, man kann mit der jährlichen Besteuerung beginnen und später dann 70 Prozent des noch offenen Restbetrages auf einmal versteuern.

Beim Verkauf oder sonstiger Aufgabe der Selbstnutzung des Wohneigentums hat der Anleger die Möglichkeit, den Restbetrag innerhalb einer bestimmten Frist entweder in ein Ersatzobjekt zu investieren oder in einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag einzuzahlen. Geschieht dies nicht, liegt insoweit eine schädliche Verwendung vor. In diesen Fällen ist die auf den Restbetrag entfallende Förderung zurückzuzahlen.

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